Rechnungstellung und Umsatzsteuer im Einzelhandel bei Einkauf durch Drittstaat-Angehörigen

Gelegentlich werden wir von unseren Einzelhändler-Mandanten gefragt, wie die Rechnungstellung und Umsatzsteuer zu behandeln ist, wenn eine ausländische Person aus einem Drittstaat (nicht einem EU-Staat) Ware kauft und diese mit in sein Heimatland nimmt.

Dazu bietet sich folgende Vorgehensweise an:
  1. Der Händler überzeugt sich durch die Vorlage des Passes vom Wohnort des Käufers und verwahrt eine Kopie auf.
  2. Die Rechnung erfolgt mit dem Bruttoendpreis einschließlich Umsatzsteuer, ohne diese jedoch gesondert auszuweisen. Bei Kleinbetragsrechnungen < 250,00 € brutto darf der Steuersatz nicht auf dem Beleg ausgewiesen werden. Nur so vermeidet der Einzelhändler die Abführung der Umsatzsteuer.
  3. Eine Kopie des Verkaufsbelegs, in dem die Ware bezeichnet ist, nimmt er zu seinen Akten.
  4. Der Käufer lässt sich an der Grenze vom Zoll die Ausfuhr in sein Heimatland bestätigen.
  5. Der Käufer übersendet dem Einzelhändler die zollamtliche Bestätigung über die Ausfuhr.
  6. Anschließend erstattet der Einzelhändler dem Käufer aus dem Drittland die Umsatzsteuer. Bestenfalls stellt er eine berichtigte Rechnung aus, in der der Betrag um die Umsatzsteuer nach unten korrigiert ist. Hierauf kann er verzichten, wenn der Drittlandskäufer die ursprüngliche Rechnung an den Einzelhändler zurückgibt und der Einzelhändler den zurückerhaltenen Beleg zu seinen Buchführungsunterlagen nimmt und dort aufbewahrt.

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